Poledance ist eine Sportart, die polarisiert. Sie wird in Deutschland noch relativ wenig getrieben, zieht aber mehr und mehr Frauen an, die ihre Figur und Gesundheit damit stärken wollen. Ein Poledance Training sieht viel Kraft und Willen voraus, hat aber einen signifikanten Effekt: Man wird durchtrainiert, gelenkig, sexy und fit. Um mehr über Poledance zu erfahren, habe ich zwei passionierte Poledancerinnen zum Interview eingeladen. Katja und Nina treiben Poledance seit einigen Jahren und haben nun zu diesem Thema einen spannenden Blog gegründet, der alle Facetten der Sportart darstellt. Nachstehend, liebe Leser, gibt es eine Möglichekeit das Interview entweder als Podcast anzuhören oder als Text zu lesen. Ich wünsche euch viel Spaß und vielleicht gibt es danach in Deutschland einige Poledancer mehr:)

Vorstellung:

Katja: Ich bin die Katja, mach ca. seit 4 Jahren Poledance. Ich habe Poledance damals von einer Freundin gezeigt bekommen und bin seitdem sehr aktiv dabei.

Nina: Ich bin die Nina. Bin damals dank meiner Mitbewohnerin in England zum Poledance gekommen. Es ist auch schon fast 4 Jahre her. Die war damals Trainerin und hat mich damals einfach mal mitgenommen. Ich war so begeistert, dass ich dabeigeblieben bin.

Poledance Experten und ihr Blog

Lena (Moderator): Warum macht man Poledance? Wie kommt man zu dieser Sportart? Warum würdet ihr diese Sportart euren Freunden empfehlen?  

Katja: Du sollst es auf jeden Fall es testen:) Poledance ist sehr vielseitig, es macht sehr viel Spaß. Jeder Muskel, den du an deinem Körper hast, wird dabei beansprucht.

Nina: Poledance ist nicht eintönig. Man kann Cardio machen, man kann Kraft machen. Poledance ist zum einen das tänzerische Element. Man kann viele Sachen machen, für die ich eigentlich keine Kraft brauche. Denn ich tanze einfach und mach dadurch Cardio-Training. Oder man möchte mehr Kraft-Training machen und man geht mehr in die Figuren, mehr in die Akrobatik-Richtung, wo man jeden Muskel trainiert. Es macht sehr viel Spaß, denn man hat immer wieder neue Herausforderung. Wenn man eine Figur geschafft hat, die man wochenlang trainiert hat, sieht man schon die nächste auf Instagram, die man ausprobieren möchte und auf die man hinarbeitet.

Katja: Warum wir es weiterempfehlen würden? Man kann dadurch wirklich Muskeln aufbauen und stärken, fitter werden, mehr Körperspannung gewinnen, seine Haltung dadurch verbessern. Und das auf eine tänzerische und schöne Art und Weise.

Lena (Moderator): Poledance hat, meiner Meinung nach, in Deutschland noch einen speziellen Ruf. Was sagen Leute, wenn sie erfahren, dass ihr Poledance tanzt?

Nina: Es ist immer zweigeteilt. Von vielen kommt zum Einen: “Ok, euch habe ich das nicht zugetraut oder nicht gedacht, dass ihr es macht”; zum Anderen: „Ach, ok, da kenne ich auch schon jemanden“ oder „Hej, ja, das habe ich auch schon mal ausprobiert auf einem Junggesellenabschied, oder „Warum macht man das, was trainiert man da?“…

Katja: Ansonsten die erste Reaktion geht schon oft in diese Richtung, auch mehr in die Richtung: „Ah, tanzt du auch mal deinem Freund was vor?“. Aber wenn man es dann auch erklärt, dass man es als Sport macht, dann kommt es sehr gut an und macht einen gewissen Eindruck.

Lena (Moderator): Und die Frage stellen sich wahrscheinlich die Männer? Das ist ihre Wunschvorstellung;)

Katja: Solche Fragen und Kommentare kommen schon von der männlichen Seite. Das muss man schon sagen. Und von der weiblichen Seite: „Ach krass, dass du das machst!“ Hier eher etwas bewundernswert und beeindruckt. Da es schon sehr akrobatisch ist. Das wird schon mittlerweile viel mehr anerkannt oder viel mehr gesehen. Von dem her stößt man auf positive Reaktionen an. 

Lena (Moderator): Welche drei Wörter fallen euch ein, wenn ihr an Poledance denkt?

Nina: Spaß…

Katja: Auf jeden Fall auch Kraft… Schmerz auch so ein bisschen:) Weil es tut auch schon sehr weh. Von allem am Anfang oder auch wenn man schon länger dabei ist, gibt es ein paar Punkte, die immer wieder weh tun und schmerzen bis man sich dran gewöhnt hat. Weil man hält doch mit der Haut. Aber Spaß ist eigentlich das Überwiegende.

Lena (Moderator): Fühlt man sich sexy beim Training oder beschränken sich die Gefühle eher auf das Normale: „Boah ich schwitze gerade?!“:)

Nina: Kommt darauf an, was man gerade macht. Gerade bei den Figuren es ist mehr – „Es tut weh, es ist anstrengend!“. Eher in die Richtung. Aber wenn man Choreographien tanzt, ist es auch sexy und man fühlt sich natürlich sexy, je nach dem was man tanzt. Auch da wieder, man kann eher Richtung Modern-Contemporary-Tanz gehen, es ist dann weniger sexy und eher künstlerisch. Oder eben aber auch in diese sexy Burlesque Richtung.

Lena (Moderator): Wie sieht diese moderne Richtung genau aus? Welche Elemente werden da genau eingebaut?

Katja: Es ist wie man das auch von Contemporary-Dance kennt, ganz normal ohne Stange. Die Stange ist dann nur ein Teil der Choreographie. Man baut natürlich auch Figuren an der Stange ein, aber dieses Poraustrecken, Beinespreizen nicht unbedingt Teil der Choreographie ist. Wie man das eben klassisch vielleicht eher kennt.

Lena (Moderator): Ich dachte Poledance ist eher an der Stange. Wie ist genau die Aufteilung der Elemente?

Nina: Es ist schon an der Stange, aber man dreht sich mehr um die Stange oder man springt auch an die Stange ran – mehr künstlerisch. Mehr Ausdruckstanz und weniger hoch und runter, Hüfte kreisen. Solche Elemente fehlen.

Katja: Solche Elemente müssen eben nicht Teil der Choreographie sein. Man kann auch Poledance machen, ohne sich auf die Elemente zu fokussieren.

Lena (Moderator): Ist Poledance eine Lebensphilosophie wie bspw. Yoga oder Kampfkunst? Wenn ja, wie äußert es sich?

Nina: So als Lebensphilosophie würden wir es jetzt nicht bezeichnen, weil wir es auch nicht so leben. Nicht so, wie jemand, der Yoga macht, wenn man direkt sieht, dass er Yoga Pants anhat, sich ernährt vegan etc. So eine Einstellung gibt es in Poledance nicht – es ist mehr vielseitig. Die Leute sind sehr unterschiedlich, haben unterschiedliche Stile, weil Poledance eben sehr unterschiedlich ist. Die Einen tanzen sexy, die anderen tanzen Contemporary, die Einen machen mehr Akrobatik. Ich finde es ist schwer zu sagen, dass es einen Stil gibt.

Katja: Und von den Leuten her, es kommen total unterschiedliche Charaktere zusammen. Sämtliche Berufsgruppen sind vertreten, sämtliche Altersgruppen. Auch bei uns im Kurs, es sind Leute von 18 bis 40 Jahre. Es ist wirklich sehr bunt gemischt.  Das Einzige was nicht so wirklich divers ist, sind eben die Geschlechter.

Lena (Moderator): Du meintest gerade verschiedene Altersgruppen. Ab wann darf man eigentlich Poledance machen? Oder gibt es keine Einschränkungen?

Katja: Ich weiß nicht, ob es eine offizielle Altersbeschränkung gibt. Aber ich kenne auch Studios, wo Poledance für Kinder angeboten wird. Wie gesagt, Poledance heißt nicht automatisch, dass der Po rausgestreckt wird. Es ist wirklich eine sehr akrobatische Sportart und kommt eher aus dem Zirkusbereich.

Lena (Moderator): Kann jeder Poledance lernen oder braucht man dafür spezielle Voraussetzungen? Gibt es bei den Kursen spezielle Einstufungen und Fitness-Tests?

Nina: Generell kann Poledance jeder machen. Man soll natürlich eine gewisse Grundfitness haben. Prinzipiell macht es Sinn im Level Eins anzufangen. Einfach weil, wenn man eine gute Fitness hat, ist die Technik noch nicht da. Man weiß nicht, wie man greift oder wie man sich dreht. Die ganzen Grundlagen fehlen einfach. Aber gerade Menschen, die in der Vergangenheit schon geturnt haben oder generell fit sind, steigen auch sehr schnell in ein höheres Level auf und tun sich da sehr leicht, weiter zu kommen.

Katja: Viele Studios haben auch auf ihren Homepages so eine Art Einstufungsbeschreibung, wo sie beschreiben welches Level in ihren Studios welchen Figuren entspricht. Zum Beispiel was man da schon mitbringen muss. Dass man sich eben schon selbst einstufen kann. Aber man kann einfach zu einem Training kommen und dort einfach mitmachen. Die Trainerin soll im Normalfall beurteilen können, ob der Kurs schon auf dem Level passt.

Lena (Moderator): Wie sieht grundsätzlich die erste Stunde aus? Gibt es so eine Art Basics-Stunde? Geht man direkt an die Stange? 

Katja: Man muss sich natürlich an die Stangen gewöhnen, aber eigentlich startet man direkt an der Stange. Am Anfang mit kleinen Übungen, z.B. man geht erst um eine Stange rum und kriegt ein Gefühl für die Stange. Dann kommt als Nächstes Klettern. Man startet mit bestimmten Basics, aber man startet direkt.

Nina: Wobei man muss sagen, es variiert vom Studio zu Studio. In dem Studio, wo ich angefangen habe, war es tatsächlich so – wir laufen um die Stange rum, wir machen Drehungen, wir rutschen vielleicht mal dran runter, um einfach zu sehen, wie fasst sich die Stange eigentlich an. Mehr war da noch nicht. In anderen Studios klettert man z.B. schon in den ersten Stunden. Das ist wirklich sehr unterschiedlich.

Lena (Moderator): Gibt es eine bestimmte Absicherung, dass man sich nicht verletzt? Ich meine, beim ersten Mal kann Einiges passieren. Und die Kursleiterin muss wahrscheinlich schauen, ob jeder das tatsächlich auch richtig macht. Weil genauso wie bei Yoga kann man sehr viel kaputt machen. Gibt es eine bestimmte Aufmerksamkeit für die Anfänger?

Katja: Es sollte im Normalfall so ablaufen, dass der Trainer bestimmte Hilfestellungen gibt. Und man muss sich am Anfang selbst gut einschätzen können. Und dann entsprechend erstmal auf Hilfe warten oder erstmal die Vorübung machen.

Lena (Moderator): Muss man ein weiteres Training machen (z.B. Krafttraining), damit Pole machen kann? Oder muss man auf seine Ernährung genau aufpassen?

Nina: Also, auf die Ernährung achten wir so nicht spezifisch wegen Poledance:) Krafttraining zusätzlich ist eigentlich nicht notwendig, macht es aber natürlich einfacher. Wenn ich merke, dass ich eine Figur nicht hinbekommen, weil mir die Bauchmuskeln fehlen, dann macht es natürlich Sinn sie noch mal explizit zu trainieren. Aber an sich trainiert man schon durch Poledance selbst alle Muskelgruppen und baut mit Hilfe von Vorübungen nach und nach die Kraftfür die einzelnen Figuren auf. Aber es schadet natürlich nicht zusätzlich etwas zu machen.

Katja: Es kommt natürlich darauf an, wie häufig man den Poledance eigentlich trainiert. Man kann einmal pro Woche ein Poledance machen und zweimal ein unterstützendes Training. Aber wenn man dreimal pro Woche Poledance macht, ist es auch gut, wenn nicht sogar besser. Es gibt auch Poledancer, die viel auf den Hüften haben, aber wahnsinnig gut Poledance können. Da sie einfach eine wahnsinnige Kraft haben. Das Übergewicht ist kein Hindernis.

Lena (Moderator): Wie verläuft ein typisches Poledance Training?

Nina: Normalerweise startet so ein Training mit einem Warm-Up. Erstmal eine viertel Stunde lang alle Muskelgruppen aufwärmen: Angefangen von der Kopf- und der Halsmuskulatur, auch die Schultern und die Arme natürlich, weil man die wirklich viel braucht, bis in die Beine – einfach komplett. Dann natürlich auch dehnen, weil für viele Figuren ist es hilfreich, wenn man beweglicher ist. Demnach wird immer ein starker Fokus draufgelegt. Und meistens wird das Aufwärmen mit einer Runde Krafttraining abgeschlossen. Weil es eine Komponente ist, die wichtig für Poledance ist. Einmal Beweglichkeit, einmal die Kraft und dann sind die Muskeln auch warm.

Lena (Moderator): Und das alles an der Stange oder auch separat?

Nina: Sowohl als auch. Und am Ende natürlich noch ein Cool-Down. Noch mal mit Dehnung zum Abschluss.

Lena (Moderator): Wie häufig muss man trainieren, damit man den gewünschten Effekt erreicht?

Nina: Zum Start reicht einmal pro Woche aus. Aber wenn man die Ambition hat, mehr zu schaffen und Sachen kopfüber zu machen, oder einfach Kraft auszubauen oder ins Intermediate Level aufzusteigen, dann macht es tatsächlich Sinn mindestens zweimal pro Woche zu trainieren.

Lena (Moderator): Wie häufig trainiert ihr?

Nina: In der Regel zweimal pro Woche.

Lena (Moderator): Wie fühlt man sich, wenn man Poledance lange nicht gemacht hat? Muss man sozusagen von vorne einsteigen oder merken sich die Muskeln auf welchem Level man war?

Katja: Es ist immer unterschiedlich. Ich war bspw. vor Kurzem im Urlaub und habe 3 Wochen nicht trainiert und es ging danach super gut. Figuren, die ich davor nicht geschafft habe, klappen dann auf einmal. Es ist wirklich mal gut, wenn man sagt: „Ich lasse jetzt mal eine bestimmte Figur mal ruhen und mach sie länger mal nicht.“ Wenn man dann später versucht, dann klappt es auf einmal. Man kann also auch positive Effekte haben, aber im Normalfall ist es negativ, wenn man länger nicht trainiert hat. Die Muskeln bauen sich recht schnell ab, deswegen muss man dranbleiben, damit etwas vorangeht.

Lena (Moderator): Sport treiben kann teuer sein, das kennt man bspw. vom Triathlon oder Skifahren. Welche Kosten muss man einplanen, wenn man Poledance professionell und langfristig machen möchte?

Nina: Schön ist, man braucht fast keine Ausrüstung. Man braucht ein Shirt und eine Kurzhose. Keine Schuhe oder keine zusätzliche Ausrüstung.

Katja: Bis auf die Stange.

Lena (Moderator): Wie teuer ist die Stange, wenn man sie selbst kaufen möchte?

Nina: Die kosten so um die 200€. Rechnet sich aber sehr schnell, da die Besuche im Studio nicht gerade günstig sind. Die Preise pro Stadt können auf unserem Blog angesehen werden. In München, wo wir trainieren, zahlt man 25€-30€ pro Stunde. Hängt aber davon ab, ob man Abo abschließt oder ob man wirklich pro Stunde zahlt.

Lena (Moderator): Ihr beiden habt eine Poledance Stange zu Hause. Wie reagieren denn Leute drauf, wenn sie zu Besuch kommen? Ist so eine Stange ein Muss, damit man Pole richtig kann oder reicht es zu einem Training ins Studio zu gehen?

Katja: So eine „Boah“-Reaktion haben wir beide nicht. Manche Leute sehen die Stange gar nicht, obwohl sie mitten im Raum steht. Und wenn man sie doch dann sieht, dann kommt die Reaktion: „Hui, oj, da ist eine Stange!“

Nina: Die meisten gucken sie dann erstaunt an und wollen es dann ausprobieren. Die Männer fragen dann, ob die Stange sie dann auch aushält. Und klar, da hingen schon 80 Kilo Jungs dran. Und da hängen sich die meisten auch tatsächlich dran.

Katja: Generell kommen keine ungewöhnlichen Fragen, denn die meisten, die tatsächlich zu Besuch kommen, wissen ja, dass wir Poledance machen. Es ist dann auch nicht die große Überraschung, dass da eine Stange steht.

Lena (Moderator): Ist die Stange ein Muss zu Hause? Oder reicht es, wenn man einmal pro Woche im Studio an der Stange trainiert?

Nina: Es ist definitiv hilfreich, wenn man Zuhause zusätzlich übt. Die meisten Studios bieten auch Open Classes an mit einem freien Training, wo jeder für sich trainieren kann. Das ist dann die Alternative zur Stange daheim. Allerdings ist es mit 15€ pro Stunde nicht so günstig. Eine günstigere Variante ist sich eine Stange nach Hause zu stellen und da einfach zu Zweit zu trainieren. Macht auch mehr Spaß.

Katja: Es motiviert auch mehr. Man muss auch Zuhause nicht ausgiebig eine Stunde trainieren, sondern in der Früh ein paar Übungen für die Arme und Co. Das hilft auch schon weiter.

Lena (Moderator): Ist euch schon mal ein Unfall an der Stange passiert? Wie hoch ist generell die Verletzungsgefahr? Kann man Poledance als Extreme Sport einstufen? 😉

Nina: Als Extremesport würde ich es nicht bezeichnen. Mir ist auch zum Glück noch nichts Ernstes passiert. Wenn man vorsichtig ist, dann wir Einem nicht zu viel passieren. Wenn man merkt, man fängt an zu rutschen, dann geht man in den Sicherheitsgriff rein oder geht einfach runter. Wenn man eher tollkühn ist, dann kann auch etwas passieren. Wir legen aber im Trainig häufig eine Matte drunter.

Lena (Moderator): Wie sehen die Sicherheitsgriffe aus? Übt man sie extra?

Katja: Das sieht zu m Beispiel so aus, dass man das Bein, das man gerade raus gepackt hat, wieder reinpackt oder dass man wieder an der Stange greift. Am besten packt man alles an die Stange, wo man festhalten kann und dann hat man schon wieder Halt. Wenn man allein trainiert, sollte man nie irgendwelche neuen Kopfüber-Figuren machen, wo man wenig Halt und Vertrauen hat. Erstmal soll man lieber die Figuren zu zweit bzw. mit der Matte ausprobieren, dann soll da auch nichts schiefgehen.

Lena (Moderator): Haben die erfahrenen Poledancer im Studio ein Verständnis dafür, wenn man gerade neu angefangen hat? Oder gibt es ein Geläster und man wird ausgelacht?

Nina: Nein, überhaupt nicht, ist mir noch nie passiert. Meine Erfahrung ist es eher, dass die Leute, die länger dabei sind, auch immer wieder gerne helfen und auch noch die persönlichen Tricks verraten.

Lena (Moderator): Erzählt ein paar Wörter über euren Blog. Wen soll es erreichen und was ist das genaue Konzept? In wie fern unterscheidet es sich von anderen Poledance Blogs, die in Deutschland bekannt sind?

Katja: Grundsätzlich wollen wir den Mädels, die sich für Poledance interessieren zeigen, was es damit auf sich hat und das Ganze aus der sportlichen Sicht präsentieren. Wir wollen zeigen, dass es sehr akrobatisch ist und einfach den Sport in den Vordergrund stellen. Was uns von den anderen Blogs unterscheidet… Es gibt Blogs, die tatsächlich von den Studios betrieben werden oder Studio-Seiten, die zusätzlich noch einen Blog anbieten. Mit unserem Blog wollen wir aufzeigen, welche Studios es in Deutschland gibt, sie auch testen und Erfahrungen sammeln. Zudem wollen wir Mädels befragen, warum sie mit Poledance angefangen haben und damit nicht mehr aufhören wollen…

Nina: Und generell, es gibt in Deutschland noch nicht so viele Poledance Blogs. Wir haben damals auch gesagt: „Ja, welche Studios gibt es eigentlich in München? Was kostet, wo und wieviel? Wo lohnt es sich hin zu gehen und wie lange dauert eine Stunde?“ Das haben wir alles in einer Übersicht zusammengefasst für verschiedene Städte und arbeiten da auch weiter dran und testen die Studios. Was uns aber auch wirklich unterscheidet, dass wir eher aus der Nutzerperspektive auf das Ganze gucken. Wenn Leute nach Poledance suchen, was wollen sie eigentlich wissen? Zum Beispiel haben wir festgestellt, dass Leute nach Figurenübersicht suchen oder nach den Studios in einzelnen Städten. Oder eben was ist für Poledance-Anfänger wichtig? Diese ganzen Infos haben wir auf einer Seite gesammelt.

Lena (Moderator): Und wenn dieser Content ausgeschöpft ist, wie plant ihr den Blog weiter zu erweitern?

Nina: Wir sind in der Planung von Infografiken oder in Richtung Fail Compilation haben wir uns auch schon etwas überlegt.

Katja: Auch bei der Kategorie Figuren kann man sehr stark in die Tiefe gehen, Bilder und Videos machen. Es gibt noch so viel zu ergänzen.

Nina: Zudem wollen wir verschiedene Studios in anderen Ländern testen, wenn wir auf Reisen gehen.

Lena (Moderator): Auf eurem Blog kann der Leser verschiedene Figuren anschauen. Ich bin von den Fotos und eurer Kraft fasziniert. Woher kommen die Figuren, vor allem die Namen?

Nina: Meistens sind es Tiernamen. Es gibt bspw. den Frosch und den Falken. Es gibt keinen standardisierten Namen. In jedem Studio werden sie anders genannt. So richtige Standards gibt es nicht. Bspw. postet jemand eine Figur auf Instagram und gibt der einen Namen, der Andere sieht es und stellt sich nach. Es entwickelt sich sehr dynamisch.

Poledance Spagat an der Stange

Katja: Oft sind auch Körperteile involviert, z.B. irgendwas mit Knie oder Elbow. Man kann anhand der Namen schon hören, welche Körperteile da beteiligt sind oder wo man den Press-Point hat.

Lena (Moderator): Was ist der Presspoint? Ist es da, wo ich mich festhalte?

Katja: Presspoint sind dann die Punkte, wo man tatsächlich dann hält.

Nina: Und den Druck aufbaut, damit die Figur dann hält und funktioniert.

Lena (Moderator): Könnt ihr Spagat? Wie lange habt ihr dafür geübt?

Nina: Ja

Katja: Wenn wir gut gedehnt sind, dann schon. Aber nicht einfach aus dem Stehgreif.

Nina: Ich glaube man kann es gar nicht pauschal sagen, wie viel man üben muss. Ich habe als Kind schon geturnt und habe dadurch einfach schon mal die Dehnbarkeit von Kind an. Bei uns im Training kann nicht jeder einen Spagat. Alle arbeiten dran, aber es kommt darauf an wie häufig man trainiert.

Lena (Moderator): Gibt es in Deutschland spezielle Events für Poledance, wie Messen, Networking oder Wettkämpfe?

Nina: Messen nur für Poledance sind uns nicht bekannt. Es gibt immer auf den gängigen Fitnessmessen Poledance Stände. Oder in München beim Streetlife sind immer die einzelnen Pole-Studios vertreten.

Es gibt sehr viele Wettbewerbe sowohl lokal als auch international. Es gibt Meisterschaften – Europa Meisterschaften. Und auch Wettbewerbe, wo tatsächlich jeder teilnehmen kann – vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen.

Lena (Moderator): Wart ihr schon mal dabei bei so einem Wettbewerb zumindest als Zuschauer?

Katja: Nein, beide noch nicht.

Lena (Moderator): Welche „Ikonen“ gibt es in der Poledance Welt, den man unbedingt folgen muss?

Katja: Es gibt Poledancer wie Sand am Meer, wenn man sich durch Instagram durchklickt. Ich persönlich folge auch vielen auf Instagram. Die, die ich gerade jetzt herausgepickt habe, sind: Caroline Schmitt  – die Pole Mimi und ansonsten Julia Wahl, die ist sehr beweglich. Und generell gibt es viele, die es sehr gut draufhaben.

Nina: Um auch einen Mann ins Spiel zu bringen, ich folge Peter Holoda. Es ist echt krass, was er kann. Der hat halt super viel Kraft.

Lena (Moderator): Zum Schluss: Welche Tipps würdet ihr den Mädels geben, die mit Poledance starten wollen?

Nina: Trau dich, egal wie viel Kondition man hat oder wie beweglich man ist, sollte man das ausprobieren und nicht aufgeben.

Katja: Man soll immer die schlechtere Seite trainieren. Sonst hat man später die Schwierigkeit, dass die eine Seite besser trainiert und ausgeprägt ist, als die andere. Sonst vernachlässigt man die schlechtere noch mehr. In Choreographien ist es wichtig, dass man beide Seiten kann.  Und generell nicht aufgeben!

Nina: Und noch – steckt die Zehen!:)

Katja: Und noch ein zweites Mal probieren und ein drittes MalJ

Lena (Moderator): Und euren Blog lesen, der heißt…

Nina: Genau, poledance.blog

Katja: Unbedingt lesen!

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