„Kleider machen Leute“ – hört man bereits von seinen Eltern in dem Schulalter, indem es einem eigentlich komplett egal ist, ob Grün mit Lila zusammen passen oder nicht, ob die Hose zu kurz oder zu lang ist. Die Hauptsache ist, man fühlt sich wohl in seiner Haut und muss keinem etwas beweisen. Erst wenn man aus dem Teenager-Alter raus ist und die ersten kritischen Blicke der modischen Kollegen an der Uni oder von einem skeptisch eingestellten Kunden abbekommt, versteht man den Sinn des geflügelten Wortes und beginnt sich mit seinem eigenen Outfit täglich auseinanderzusetzen.

Die Zeiten, in denen die Kleidung eher eine einfache funktionale Rolle hatte, sind vorbei. Heute im Zeitalter der Selfies, Influencer, Fashion-Blogs und vielfältigen Haute Couture Events, wird es immer wichtiger stillvoll und gepflegt auszusehen, denn schließlich bestimmt unsere Kleidung unser Denken und Handeln mehr, als es uns häufig bewusst ist.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit den Top 3 Business-Accessoires für Herren, denn genau diese drei haben einen hohen Einfluss auf den Verlauf sowie den Abschluss eines möglichen Geschäftstermins und ziehen die Blicke der Frauen an sich.

Krawatte: Ja oder Nein?

Eine Krawatte stand früher für ein ausgeprägtes Machtsymbol. In großen Konzernen gehörte es zu einem guten Ton und schlichtweg zum standardisierten Dresscode eine Krawatte in Kombination mit einem frisch gebügelten Hemd und Sakko zu tragen. Heute zählt die Krawatte zu einem modischen Accessoire, das sowohl von den Geschäftsführern als auch von flippigen Start-Up Hipstern gern zu Sneakers und Jeans getragen wird. Die Krawatte kann Vieles über einen Mann und seine Persönlichkeit sowie Status verraten, kann aber auch gleichzeitig Vieles kaputt machen. Ich erinnere mich gerade an ein Business-Seminar und einen Speaker, der eine unpassende Krawatte mit einem Segelschiff und witzigen Animationsfigürchen trug. Leider wurde der Herr zum Lacher des Tages und somit wurde er leider vom Publikum nicht mehr ernst genommen.

Wann Krawatte tragen?

Dadurch, dass die Krawatte immer mehr aus dem Schrank eines Mannes verschwindet, und nicht mehr zu jedem offiziellen Anlass getragen wird, gebe ich dir ein paar Beispiele mit, wann die Krawatte immer noch angemessen bzw. optional ist.

  • Dienstreise oder Geschäftstermin: Es kommt darauf an, mit wem und in welchem Umfeld das Meeting stattfindet. Versuche dich am besten an deinen Geschäftspartner anzupassen. Wenn es sich um einen Kundentermin handelt, übertreib es nicht, sondern sei ein Tick besser angezogen, als der Kunde selbst. Bei einem Geschäftsführeressen mit einem Top-Manager aus dem Konzern wäre eine Krawatte durchaus notwendig, denn hier geht es meistens ausschließlich um Statussymbole.
  • Bewerbungsgespräch: Hier ist die Krawatte ebenso optional. Bewirbst du dich bei einem großen Konzern für eine Manager-Position, würde das Accessoire gut dazu passen, um die Seriosität deiner Absichten zu transferieren. Wenn du dich jedoch bei einer Werbeagentur oder einem Start-Up bewirbst, würde der Schlips etwas übertrieben erscheinen und eher als negativ auffallen.
  • Großes Familienfest oder Hochzeit: In diesem Zusammenhang würde eine Krawatte definitiv gut passen, um dich noch seriöser und männlicher wirken zu lassen, allerdings ist es kein Muss. Wenn du kein Krawattenträger bist, wird dich deine Family auch so akzeptieren, wie du bist.

Was ist bei der Auswahl einer Krawatte zu beachten?

Die Krawatte muss in ihrer Form und mit ihrem Muster sowohl zum restlichen Outfit als auch zum Anlass passen. Mittlerweile gibt es eine hohe Anzahl verschiedener Krawatten, die einen ziemlich schnell überfordert. Jedoch unterscheidet man bei den Krawatten zwischen zehn Grundmustern, die jeweils eine bestimmte modische Message sowie die Absichten des Trägers transportiert, u.a.:

  • Einfarbige Krawatten, die zu jedem Anlass passen;
  • Gestreifte Krawatten, die sehr traditionell und konservativ wirken;
  • Krawatten mit Punkten, die zu den Klassikern unter den Mustern gehören und je nach Größe des Punktes gewagter wirken;
  • und schließlich Krawatten mit geometrischen Mustern, die häufig als Hingucker gewählt werden, allerdings bei einem Business-Lunch oder –Meeting eher mit Vorsicht zu genießen sind.

Wenn du eine Krawatte zum restlichen Outfit aussuchst, gibt es eine übliche Vorgehensweise – „Von groß nach Klein aufbauen“. D.h. zuerst werden der Anzug, danach das Hemd und anschließend der Binder ausgesucht. Damit die Farben aufeinander abgestimmt sind, pass auf die Harmonie und den Kontrast auf. Zu viele harmonische Farben können schnell langweilig und geschmacklos wirken, bei zu viel Kontrast ziehst du schnell kritische Blicke auf dich. Daher bleibe einfach bei der „goldenen Mitte“: Kontraste stärken die Harmonie, umgekehrt dämpfen harmonische Farben die Gegenwirkungen ab. So kannst du nichts falsch machen.

Uhr als Statussymbol

Die Uhr war und bleibt neben dem Auto ein wichtiges Statussymbol für einen Mann. Die Herrenuhren sind im Vergleich zu Frauenuhren eher klassisch und stilvoll ohne viel Schnick-Schnack und Bling-Bling. Die meisten Herrenuhren stehen für Sportlichkeit, Gefahr, ausgeprägte Männlichkeit, Kraft und Seriosität. Daher neigen besonders Geschäftsmänner zu großen, teuren Marken- und komplexen Uhren, um ihren Status somit hervorzuheben.

Wie eine passende Uhr wählen?

Genauso wie bei einer Krawatte, muss die Uhr zum kommenden Anlass, zu deinem Outfit und deiner Persönlichkeit passen. Eine „dicke“ Uhr auf einem zierlichen Mann sieht ein wenig wie ein „Fremdkörper“ aus. Die Uhr verkörpert dein Image und sorgt für den ersten Eindruck bei deinem Gegenüber. Aus diesem Grund achte bei der Auswahl der Uhr auf die folgenden Regeln:

  1. „Weniger ist mehr“ – ein Prollo-Look hat noch keinem gut getan. Eine schlichte, aber stillvolle und hoch qualitativ verarbeitete Uhr mit Geschichte und Tradition vermittelt einen guten Geschmack des Besitzers.
  2. Die Uhr soll entsprechend der Breite deines Handgelenks gewählt werden. Früher war eine überdimensionale Uhr ein Zeichen des Wohlhabens des Trägers, heute sieht es nur vulgär aus. Der Trend zum Downsizing bestätigt ebenso die Tendenz zu kleineren, aber dafür eleganteren Herrenuhren mit einer Gehäusegröße von 39 bis 42 Millimetern.
  3. Wähle verschiedene Modelle zu verschiedenen Lebenssituationen aus. Bist du gerade leger unterwegs, dann greife zu einer sportlichen Uhr. Chronographen von Diesel oder Fossil sowie schicke Taucheruhren würden zum Freizeit- oder Business-Casual-Outfit perfekt passen. Minimalistische Dresswatches mit schlichten und aufgeräumten Ziffernblättern eignen sich besonders gut für Business-Anlässe. Sie unterstreichen deinen selbstbewussten Stil und können ohne Bedenken zum Anzug getragen werden.
  1. Stimme die Farbe deiner Uhr auf den restlichen Look und vor allem auf die möglichen Metallkomponente (wie bspw. Krawattennadel, Schmuck, Ketten Manschettenknöpfe, etc.) deines Outfites ab. Für den Business-Look empfehlen sich schwarze und weiße Zifferblätter, die elegant und klassisch wirken. Zur Freizeitmode können auch weitere farbenfrohe Uhren gewählt werden.
  1. Trage deine Uhr knapp über dem Handgelenksknöchel, so wirkt sie elegant und kommt eher zum Vorschein. Darüber hinaus soll die Uhr eng sitzen, sodass nur ein kleiner Finger zwischen Gehäuserückseite und Handgelenk passt.

Businesstasche als Eye-Catcher

Üblicherweise sind Taschen – „not a man’s business“, würde ein durchschnittlicher Mann behaupten. Ein Geschäftsmann weiß jedoch, dass eine gut gewählte Businesstasche sehr viel über seine Person vermittelt und gleich zum ersten Eye-Catcher wird sobald er aus seinem Auto aussteigt.
Eine Businesstasche muss viel mehr können als nur Akten und Papiere zu transportieren. Vielmehr muss alles da rein passen, was ein Mann bei sich hat: iPad, Notebook, Brieftasche, jegliche Kabel und Netzteile, Notizbücher, wichtige Unterlagen und mehr. Dabei muss die Tasche immer noch elegant aussehen und eine hohe Qualität haben.

Was ist bei einer Auswahl der Businesstasche zu beachten?

Deine Businesstasche soll im Idealfall aus einem echten Leder sein. Es kann durchaus teuer werden (150€ – 600€), allerdings handelt es sich hier um eine gute Investition. Die Kunstledertasche ist relativ schnell erkennbar, ist weniger zeitresistent und wird somit schnell abgenutzt.

Wenn du dich zwischen einem Aktenkoffer und einer Aktentasche nicht entscheiden kannst, denk doch einfach an die zwei Faktoren: Stil und Funktionalität. Was ist dir wichtiger? Bist du häufig geschäftlich mit viel Gepäck unterwegs, würde sich eher ein Aktenkoffer mit vielen funktionalen Elementen, kleineren Täschchen und guter Verarbeitung anbieten. Geht es dir darum, deinen Stil und Persönlichkeit zu unterstreichen, gibt es auf dem Markt eine hohe Anzahl von Optionen – von cool bis leger. Wichtig ist – deine Businesstasche soll zu deinen restlichen Accessoires, deinen Schuhen und Gürtel passen. Mit üblichen Allroundern in schwarz und braun kannst du nicht viel falsch machen. Besonders kräftiges Dunkelbraun passt vor allem zu dunkelblauen und grauen Anzügen und kommt stilvoll und elegant rüber.

Nun hast du, lieber Business-Mann, über die drei wichtigen Accessoires erfahren, die im alltäglichen Geschäft dich zu dem machen, wie du wahrgenommen werden möchtest und für ein positives Feedback seitens deines Umfeldes sorgen. Wenn du beim nächsten Mal vor deinem Kleiderschrank stehst, erinnere dich kurz daran „Kleider machen Leute!“…

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