Es ist soweit! Die nächste spannende Geschichte einer Business-Mom ist nun online. Und ich freue mich besonders diese Geschichte mit euch zu teilen, denn ich hatte eine tolle Gelegenheit mich mit der Monika Frauendorfer zu unterhalten. Monika ist nicht nur selbst Mompreneur, sie ist ebenso so eine Art Business-Engel für andere Mütter und Unternehmer. Sie ist eine selbständige Markenberaterin, die sowohl ihre eigene sowie Deine Marke als Mompreneur im Griff hat. Nachfolgend bekommst ganz viele wertvolle Tipps, wie du dich als Mutter und Unternehmer organisieren kannst und worauf Du besonders achten musst, um langfristig sowohl privat als auch beruflich erfolgreich zu bleiben.

  1. Liebe Monika, stelle bitte dich und dein Business vor? 

Monika Frauendorfer - Mutter und Unternehmer Mein  Name ist Monika Frauendorfer und ich bin selbständige Markenberaterin. Mein Ziel – selbständige Frauen und insbesondere Business Moms mit ihrem Business und ihrer Personality für Ihre Kunden sichtbar zu machen. Ich begleite sie bei Ihrem Markenaufbau, Unterstütze sie bei der Erstellung einer Sichtbarkeitsstrategie und begleite sie bei der Umsetzung aller Maßnahmen.

Dabei geht es mir darum, dass Du als Gründerin und Business-Mom Deine Markenpersönlichkeit findest, Dich mit der Erstellung Deiner Positionierung einmal wirklich ernsthaft und systematisch auseinandersetzt und eine klare Botschaft für Dich findest, mit der Du nach außen auftreten möchtest. Meine Erfahrung ist – meist ist alles da, es braucht „nur“ Struktur, Entscheidungen, eine Botschaft, Authentizität und den Mut, sich zu fokussieren.

  1. Warum hast du dich entschieden, eine Mompreneur zu werden? War diese Entscheidung schwer? 

Die Entscheidung war die einzig logische Folgerung aus meiner Situation als arbeitssuchende Teilzeitmami. Ich hatte die Möglichkeit, weiterhin frustriert nach qualifizierten Stellen im Bereich Markenkommunikation und Projektmanagement wie eine Nadel im Heuhaufen zu suchen oder einfach anzufangen, selbst etwas zu tun. Ich hatte niemals in meinem Leben über Selbständigkeit nachgedacht, ich fühlte mich immer wohl in Festanstellung. Aber ich hatte nichts zu verlieren und bin unendlich froh über diesen Schritt. Die Frustration über den Arbeitsmarkt für hochqualifizierte Mütter, die eine Teilzeitstelle oder flexible Arbeitszeiten suchen, die auch ihren Qualifikationen entsprechen, steckt aber immer noch tief. Darum ist es mir so unendlich wichtig, gerade Business-Moms in der Arbeitswelt sichtbar zu machen. Denn wir sehen oft selbst nicht, was wir wirklich drauf haben – und das muss sich ändern, damit wir endlich gesehen werden.

  1. Auf welche Herausforderungen stoßt du täglich als Mompreneur? 

Auf jeden Fall auf den Faktor Zeit. Ein Tag hat 24 Stunden und es ist wahrlich ein tägliches Tetris-Spielen, alle Interessen, Ansprüche und Wünsche unter einen Hut zu bekommen und dabei selbst noch auf sich zu achten. Dabei habe ich tausend Ideen im Kopf, die mich täglich fordern. Hätte ich meine Positionierung nicht niedergeschrieben, zusammen mit meiner Vision und meinen lang- und kurzfristigen Zielen, die ich mir immer wieder stecke und vor Augen führe, würde ich untergehen. Dazu kommen noch diese unfassbare Kommunikationsflut und die gefühlt tausend Kommunikationswege, über die man sich miteinander austauschen kann. Das finde ich schon eine wahre Challenge jeden Tag. Und dann ist da noch das Thema „Eierlegende Wollmilchsau“. Was soll ich sagen, das war besonders am Anfang wirklich schwierig, ohne Team zu arbeiten, keine Kompetenzträger um sich zu haben, die man einfach mal fragen konnte wie das geht, wie man es machen soll. Das ist bis heute Thema, wird aber Gott sei Dank weniger.

  1. Welche Eigenschaften soll aus deiner Sicht eine Mompreneur haben, um langfristig erfolgreich zu sein? 

Oh da gibt es viele und durchaus Unterschiedliche. Denn jede hat ihre Stärken und Schwächen, die sie entsprechend für sich und ihr Business einsetzt. Mit jeder Person gehen unterschiedlichste Eigenschaften einher. Bist Du fokussiert und strukturiert, fehlt Dir vielleicht die Kreativität, bist Du kreativ und Visionärin, fehlt Dir vielleicht die Gabe, Deine Gedanken strukturiert „an die Frau“ zu bringen. Also ich würde sagen, abgeben und loslassen zu können ist beispielsweise eine sehr wichtige Eigenschaft. Dazu gehört noch eine ganze Portion Selbstvertrauen und die Bereitschaft, dauerhaft an sich und seinem Mindset zu arbeiten. Nur so lassen sich auch Tiefen ertragen, die es ja unweigerlich gibt. Denn selbständig sein bedeutet sich in einen Selbstfindungprozess zu begeben, dessen muss sich jede bewusst sein und sich dem auch stellen können.

  1. Welche Vor- und Nachteile hat eine Mompreneurship gegenüber der Festanstellung? 

Also die Vorteile sind natürlich eine gewisse Art von Flexibilität. Ich bin mein eigener Herr und ‚nur‘ mir und meinen Kunden Rechenschaft schuldig. Der Alltag als Mutter braucht Flexibilität und die kann ich mir so durchaus nehmen. Ich sage „eine gewisse Art“ und „durchaus“, denn als Selbständige bin ich dafür einem ganz anderen Druck ausgesetzt. Ich muss meine Einnahmen aus eigener Kraft generieren, ich habe Kosten, die gedeckelt werden wollen. Zudem habe ich meinen Traum und einen Anspruch, wie ich diesen verwirklichen möchte. Da ist es auch plötzlich um Deine Freizeit geschehen, wenn Du nicht aufpasst. Am Anfang willst Du einfach nur Kunden und innerlich denkst Du aber noch „Hilfe, wenn jetzt der Kunde kommt“. Ich habe aber gemerkt, sobald ein gewisses Setting erreicht ist, kannst Du leichter wieder zwischendurch durchatmen, dann kommen wieder die Vorteile.

Darüber hinaus hatte man in Festanstellung immer ein Unternehmen und ein Team, auf das man zurückgreifen konnte. Als Solopreneur versuchst Du erstmal alles zu sein – Gründerin, Impulsgeberin, Umsetzerin, Grafikerin, Marketingfrau, Eventmanagerin, Buchhalterin, Webdesigner, Anwältin, Fotografin….dass das nicht gut geht ist klar. Das empfand ich als absoluten Nachteil am Anfang. Es ist so ein bisschen wie in eine neue Stadt zu ziehen und Du musst Dir alles neu zusammensuchen – Ärzte, Geschäfte, Freunde,…gleichzeitig Deine Wohnung einrichten und eigentlich hast Du gerade kein Geld dafür. Es gilt, sich ein Netzwerk aufzubauen, auszulagern und bei seinen Kompetenzen zu bleiben. Mittlerweile sehe ich es absolut als Vorteil, kein vorgesetztes Team zu haben – ich kann mir aussuchen, mit wem ich arbeite – mit welchen Experten aber auch mit welchen Kundinnen. Das hat aber auch seine Zeit gebraucht und war und ist viel Arbeit.

  1. Welche Tricks und Tipps hast du, um die Selbstständigkeit und deine Familie unter einen Hut zu bekommen? 

Ha, das ist eine gute Frage. Ich denke der Trick ist, sich einzugestehen, dass Du nicht alles unter einen Hut bekommen kannst. Du wirst immer Prioritäten setzen, einmal mehr für die Kinder, einmal mehr für’s Business, einmal mehr für Monika Frauendorfer MarkenworkshopDich, einmal mehr für andere. Dabei ist von allen Seiten Kompromissbereitschaft gefragt. Wichtig dabei ist es, dass jeder weiß, wofür es ist – also, dass nicht nur Du Deine Vision und Ziele kennst, sondern auch Deinen Familie, Deine Kinder. So wissen sie, wofür es ist, wenn sie gerade mal kürzer treten müssen. Ein weiterer Tipp ist – vernetzt Dich mit andern Müttern. Ohne mein Mama-Netzwerk wäre ich wirklich aufgeschmissen, auch, weil mein Mann unter der Woche drei Tage komplett weg ist. Und natürlich mein Herzensthema: Nimm Dir ernsthaft Zeit für Deine Markenbildung und Deine Positionierungsarbeit, immer wieder und regelmäßig, nicht nur am Anfang. Ich weiß, das können viele schon nichtmehr hören, jeder Gründungsberater kommt damit um die Ecke. Aber es macht den Alltag gerade als Businessmom wirklich um so vieles leichter und effektiver, wenn Du mit einer klaren Botschaft und Personality nach außen treten kannst und einen Plan hast, dem Du folgen kannst. Und so wie Du nicht still stehen wirst, tun es Deine Ziele und Ausrichtungen auch nicht.

  1. Hat man als Mompreneur noch Zeit für sich? Gönnst du dir noch einen Me-Moment? Wie schafft man generell eine Work-Life-Balance? 

Work-Life-Balance ist als Solopreneurin durchaus ein noch viel größeres Thema als zuvor. Denn dieses doofe Wortspiel „selbst und ständig“ ist leider ganz schnell Realität, gerade wenn man im Home-Office arbeitet. Mich abzugrenzen und zu sagen, jetzt ist Arbeit, jetzt ist Freizeit ist nicht immer leicht umzusetzen. Ehrlich gesagt gehört das zu meinen Zielen für 2019, da mehr auf mich und meine Me-Momente zu achten.

  1. Wenn du jetzt an den Anfang deines Vorhabens als Mompreneur denkst, würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was genau?

Hm, manches wäre sicherlich anders schneller gelaufen, aber rückblickend – ich hätte es nicht anders machen wollen. Denn daran bin ich gewachsen und daraus habe ich so viel Wertvolles gelernt, das ich auch täglich an meine Kundinnen weitergeben kann. Eine Sache würde ich aber in jedem Fall anders machen. Ich würde mich nie mehr wieder steuerlich im ersten Jahr als Kleinunternehmerin melden. Es macht Dich nicht seriös am Markt. Ich dachte anfangs, cool, dann müssen meine Kundinnen die Steuer nicht zahlen. Aber falsch, die bekommen ja die Steuer auch zurück- ich bin ja im B2B Geschäft – also ist es kein Win.

  1. Welche Events, nützliche Informationsquellen oder Weiterbildungsmöglichkeiten kannst du empfehlen, um als Mompreneur am Ball zu bleiben? 

Hier eine kleine Auswahl:

1. Für mich ist Netzwerken unabdingbar – analog wie digital. Natürlich gibt es zahlreiche Netzwerke. Die Auswahl einer Gruppe hängt stark von seinen eigenen Interessen und denen seiner Zielgruppe ab. Ich denke, da ist am Anfang auch Ausprobieren angesagt. Gut für jede Business-Mom finde ich zB die Mompreneurs: Als Mutter und Unternehmer bist Du in jedem Fall im deutschlandweiten Netzwerk von Esther Eisenhardt sehr gut aufgehoben. Hier hast Du einen gewinnbringenden Austausch von Müttern im Business.

2. Ich halte immer Ausschau nach Angeboten von anderen Business-Mom – da gibt es richtig tolle Angebote und so unterstützen wir uns gegenseitig und machen uns gegenseitig sichtbar.

3. Als Messe für Gründerinnen kann ich die herCAREER in München sehr empfehlen.

4. Natürlich halten IHK, die Volkshochschulen und zahlreiche Institutionen für Gründerinnen und Selbständige auch tolle Angebote bereit.

  1. Welche Tipps würdest du Frauen geben, die vorhaben, eine Mompreneur zu werden?

Oh, da gibt es viele. Ich nehme mal die für mich Wichtigsten raus.

1. Vorneweg mein Herzensthema – Sei ein Original & mach Dich sichtbar! Das ist mein Claim, mein Leitspruch. Es geht darum, dass Du zu Dir stehst, Dir das zutraust und auch öffentlich dazu stehst, wofür Du dich entschieden hast und was Dir von Herzen wichtig ist – egal was anderen dazu sagen. Trau Dich und mach! Das ist eine ganz große Hürde für viele und hängt meist mit einem zu unklaren eigenen Bild über seine eigenen Fähigkeiten und Stärken zusammen. Viele meinen „Das ist doch selbstverständlich“. Und ich sage dann – nein, das ist es nicht, genau das zeigt ja, Du bist Expertin da drin und andere können Dich dringend genau dafür brauchen, da gerade das genau ihre Schwäche ist.

2. Kümmere Dich um Dein Mindset. Weiß, wofür Du stehst und sei stolz auf das, was Du machst. Bei mir war das nicht immer so und aus Erfahrung weiß ich, wenn Dein Mindset nicht stimmt, wirst Du niemals sichtbar für deine Kunden. Für mich ist das Mindset wichtiger als jeder gute Businessplan.

3. Stecke Dir klare Ziele, die Du konsequent und mit Vorfreude auf das Ergebnis verfolgst. Das ist überhaupt mein Tipp: Alles tun, worauf und worüber Du Dich am Ende freust und was Dich an DEIN Ziel bringt.

4. Vernetz Dich und unterstützt Euch gegenseitig! Alleine behinderst Du Dich selbst. Austausch tut einfach gut und nur der bringt Dich wirklich weiter.

5. Sieh Deine Mitbewerber als Teil Deines Netzwerkes und nutze deren Fähigkeiten für Dich. Du solltest in Deiner Positionierung nie so aufgestellt sein, dass Du gegen jemanden arbeiten musst. Arbeitet zusammen und ergänzt Euch!

Wenn Du mehr über Monika erfahren möchtest, besuche Ihre Website und werde Fan Ihrer Facebook Page. Hier erwarten Dich noch mehr nützliche Tipps und ein toller Austausch in jeder Hinsicht.

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