Im fünften Teil der Interview-Reihe um das Thema Mompreneurship spreche ich mit der Mutter und Unternehmer Andrea Teichmann. Andrea ist eine Serial Mompreneuer und hat bereits neben der Familie zwei Unternehmen gegründet, die sie erfolgreich führt. Wie schafft man doch nur so lange unternehmerisch am Ball zu bleiben und gleichzeitig seine Familie im Fokus zu behalten?! Das verrät Andrea im nachfolgenden Interview.

  1. Liebe Andrea, stelle bitte dich und dein Business vor? 

mutter und unternehmer andrea teichmannIch heiße Andrea Teichmann und bin mit zwei Unternehmen selbstständig.

Vor fünf Jahren habe ich Aqua Fun Aktiv gegründet. Dort leite ich zusammen mit vierzehn MitarbeiterInnen verschiedene Wasser-und Landkurse, wie Babyschwimmen, Aquafitness, Schwimmkurse aller Art, Krabbelgruppen etc.

Vor einem halben Jahr habe ich ein zweites Unternehmen gegründet: Virtuelle Marketingassistenz. Ich bin Dipl. Medienwirtin (FH) und Werbekauffrau und habe schon immer gerne im Marketing gearbeitet.

Meine vier Kinder sind im Alter zwischen sieben Jahren und sechs Monaten.

  1. Warum hast du dich entschieden, eine Mompreneur zu werden? War diese Entscheidung schwer? 

Ich arbeite seit zwanzig Jahren als Kursleiterin im Wasser. Nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich mich mit Kursen selbstständig gemacht, weil ich so gut Familie und Job kombinieren kann. Mein Mann ist auch selbstständig und daher ist das für uns als Familie die beste Möglichkeit, alles unter einen Hut zu bekommen und in den Jobs zu arbeiten, die wir lieben.

  1. Auf welche Herausforderungen stoßt du täglich als Mompreneur? 

Das Leben hält immer eine Überraschung bereit: ein krankes Kind, ein kranker Mitarbeiter, ein Kunde benötigt dringend etwas, daher muss ich flexibel sein und verschiedene Notfallpläne im Hinterkopf haben.

  1. Welche Eigenschaften soll aus deiner Sicht eine Mompreneur haben, um langfristig erfolgreich zu sein? 
  • Durchhaltevermögen
  • Flexibilität
  • Auf ihr (sein) Bauchgefühl vertrauen
  1. Welche Vor- und Nachteile hat eine Mompreneurship gegenüber der Festanstellung? 

Als Mutter und Unternehmer kann ich meine Arbeitszeit etwas besser an die Betreuungszeiten von Kindergarten und Schule anpassen, z.B. kann ich mit meinen Kindern gemeinsam frühstücken und Mittagessen.

Ein Nachteil ist, dass ich oft abends noch am PC sitze und auch Kurse am Wochenende gebe.

In den Schwangerschaften habe ich immer bis kurz vor der Geburt gearbeitet und danach auch nur max. sechs Wochen keine Kurse gegeben. Als Selbstständige werden mir die Ausfalltage nicht gezahlt, wenn ich krank oder schwanger bin.

  1. Welche Tricks und Tipps hast du, um die Selbstständigkeit und deine Familie unter einen Hut zu bekommen? 

Ein großes Netzwerk und einen Familienkalender. Bei einigen Hobbies der Kinder wechsle ich mich mit anderen Müttern beim Fahren ab und durch den Kalender behalte ich den Überblick über alle Termine. Mit meinem Mann spreche ich mich viel ab, damit er manche Termine auch auffangen kann oder er ist am Wochenende zu Hause, wenn ich arbeite.

  1. Hat man als Mompreneur noch Zeit für sich? Gönnst du dir noch einen Me-Moment? Wie schafft man generell eine Work-Life-Balance? 

Es ist schwierig, aber ich versuche mindestens einmal pro Woche Sport zumachen. Wenn es geht, versuche ich nach einem Aquafitnesskurs länger zu bleiben und zusätzlich Sport zu machen.

In freien Minuten lese ich auch gerne.

  1. Wenn du jetzt an den Anfang deines Vorhabens als Mompreneur denkst, würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was genau?

Fehler machen gehört dazu und aus jedem Fehler lernt man. Natürlich gibt es Sachen, wo ich im Nachhinein denke, dass ich das jetzt so nicht mehr machen würde, z.B. kann man nicht alles alleine machen. Meine Buchhaltung habe ich vor zwei Jahren abgegeben.

  1. Welche Events, nützliche Informationsquellen oder Weiterbildungsmöglichkeiten kannst du empfehlen, um als Mompreneur am Ball zu bleiben? 

Es gibt verschiedene Netzwerke online und offline. Für Frauen gibt es z.B. Mompreneurs oder Shepreneur. Dort sind Frauen vernetzt, die selbstständig sind.

  1. Welche Tipps würdest du Frauen geben, die vorhaben, eine Mompreneur zu werden?

Es ist wichtig seine Zielgruppe, seinen Wunschkunden und den Markt genau zu kennen.

Ein kleines Betreuungsnetzwerk ist hilfreich, wenn es einen Engpass gibt.

Photo Credits:  Tanja Deuss von Knusperfarben

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