Mutter und Unternehmer sein heißt nicht nur kreativ und einfallsreich zu sein, sondern man muss auch über ein starkes Durchhaltevermögen verfügen. Im zweiten Teil der Artikelreihe rund um das Mompreneurship möchte ich Nicole vorstellen, die sich für das Unternehmer-Sein entschieden hat, um sowohl ihre beruflichen als auch familiären Ziele konsequent zu verfolgen. Nicole arbeitet im strategischen Bereich, baut gerade ihr Geschäft aus und hilft mittelständischen Unternehmen mit eingeschränktem Budget positive Ergebnisse im Marketing zu erreichen. Ich möchte aber nicht vorgreifen, sondern lasse Nicole ihre Geschichte selbst erzählen.

  1. Liebe Nicole, stelle bitte dich und dein Business vor? 

Mein Name ist Nicole Wehn und ich habe mit SoLou Business Solutions eine Marketing Beratung gegründet, die als Zielgruppe KMUs und Start Ups definiert hat. Diese Firmen haben oft das Problem, dass sie schnell professionelle, seniorige Marketing Unterstützung suchen, aber das Budget für eine Vollzeit Stelle fehlt. Da komme ich ins Spiel, denn ich bin durch meine jahrelange, internationale Berufserfahrung im In- und Ausland in der Lage, mich schnell einzuarbeiten, zu erkennen, wo der Schuh drückt und dann Prozesse einzuführen und Struktur zu schaffen. Dazu gehört nicht nur die Strategie, sondern auch die Umsetzung und der Teamaufbau, damit ich sozusagen irgendwann nicht mehr gebraucht werde und das Team selbst weiter ohne meine Hilfe arbeiten kann und so das Unternehmen voranbringen kann.

  1. Warum hast du dich entschieden, eine Mompreneur zu werden? War diese Entscheidung schwer? 

Ich war beruflich in einer Sackgasse. Um im Marketing Teilzeit arbeiten zu können, muss man akzeptieren, dass man einen niedrigeren Job machen muss (als Assistent zum Beispiel) und das war mir nicht genug. Die Entscheidung war das Beste, was mir je passieren konnte und ich freue mich jeden Tag darüber, freiberuflich und selbstständig zu sein.

  1. Auf welche Herausforderungen stoßt du täglich als Mompreneur? 

Den Spagat zwischen voll im Beruf stehen und zeitgleich voll für meine Familie da zu sein. Da bin ich oft am Limit und Zeit für mich fällt dabei immer als Erstes runter.

  1. Welche Eigenschaften soll aus deiner Sicht eine Mompreneur haben, um langfristig erfolgreich zu sein? 

Ich denke, dass es hilft, gut organisiert zu sein und auf ein grosses Netzwerk und die Familie zurück greifen zu können. Und natürlich den richtigen Partner. Ohne meinen Mann würde es nicht gehen.

  1. Welche Vor- und Nachteile hat eine Mompreneurship gegenüber der Festanstellung? 

Grösster Vorteil: wenn etwas mit den Kindern ist, dann bin ich einfach nicht da. Ich habe dann kein schlechtes Gewissen mehr, bin ja frei. Allerdings muss Urlaub und Krankheit auch von meinem Stundensatz abgegolten sein.

  1. Welche Tricks und Tipps hast du, um die Selbstständigkeit und deine Familie unter einen Hut zu bekommen? 

Rewe online, Thermomix und das Telefon weglegen, wenn ich bei den Kindern bin. Das kriege ich nicht immer so gut hin.

  1. Hat man als Mompreneur noch Zeit für sich? Gönnst du dir noch einen Me-Moment? Wie schafft man generell eine Work-Life-Balance? 

Wenig und selten. Ich liebe Sport und versuche, 3x die Woche Sport zu machen. Das fällt gerne mal hinten runter, wenn die Zeit knapp ist. Ich versuche auch, regelmässig mit meinem Mann eine Auszeit zu nehmen, oder auch allein, um die Batterien wieder aufzuladen.

  1. Wenn du jetzt an den Anfang deines Vorhabens als Mompreneur denkst, würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was genau?

An dem Punkt bin ich noch nicht. Ich liebe die Freiheit und die Unabhängigkeit und frage mich manchmal, warum ich das nicht schon VIEL früher gemacht habe.

  1. Welche Events, nützliche Informationsquellen oder Weiterbildungsmöglichkeiten kannst du empfehlen, um als Mompreneur am Ball zu bleiben? 

In meinem Feld OMR, dann bietet die Hamburg Media School regelmässig Fortbildungen im Online Marketing an und das ist ja heute der wichtigste Teil eines jeden Geschäfts: die Online Präsenz. Dann finde ich die Meetups von Mompreneur toll, um auch andere Mompreneurs zu treffen. Auch Veranstaltungen für Gründerinnen besuche ich gerne.

  1. Welche Tipps würdest du Frauen geben, die vorhaben, eine Mompreneur zu werden?

Wenn man schon immer das Gefühl hatte, man sollte es ausprobieren, dann gibt es keine bessere Zeit als die nach oder mit Kindern. Man kann ja schliesslich immer wieder in die Festanstellung zurück, also was soll schon passieren?!

Wenn du dich mit Nicole vernetzen möchtest, klicke auf ihr Xing Profil!

Photo credits: StartupStockPhotos

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