Wenn eine Frau berufstätig ist und ihre familiären Ziele verfolgen möchte, gibt es häufig einen inneren Konflikt, der zu einer allgemeinen Unzufriedenheit führt. Karriere und Familie passen häufig nicht zusammen, vor allem, weil dies gesellschaftlich noch wenig unterstützt wird. Wenn eine Frau sich für Kinder entscheidet, muss sie damit rechnen, dass es mit der Karriere höchstwahrscheinlich nicht mehr so reibungslos läuft. Viele Arbeitgeber wollen eine Vollzeitkraft haben, auf die man sich 40 Stunden pro Woche verlassen kann und die immer einsatzbereit ist. Wenn man keine Hilfe aus der Familie oder von weiteren sozialen Organisationen bekommt, stellen Teilzeit und verminderte Ansprüche an die eigene berufliche Entwicklung für ambitionierte Frauen im Regelfall eine ungünstige Alternative dar. Möchte man sich jedoch sowohl für die Flexibilität als auch für weitere Karriereentwicklung entscheiden, muss man unter Umständen das Risiko eingehen und den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Mompreneurship steht für die Vereinbarkeit des Mutter- und Unternehmer-Seins und findet immer mehr Beliebtheit unter ehrgeizigen Frauen. Wer diesen Weg wählt, hat eine gute Portion an Mut, denn Mompreneurship hängt mit vielen Herausforderungen zusammen, die alltäglich zu meistern sind.

Ich habe mit Mompreneurs gesprochen, die mir ihre einzigartigen Geschichten erzählt haben: 10 Frauen, 10 Fragen, 10 starke Persönlichkeiten, die eine Vorbildfunktion darstellen und viele Frauen motivieren können. In den nachfolgenden Wochen erfährst du, lieber Leser, in einer Interviewreihe, was es heißt Mompreneur zu sein und wie man diesen Beruf effizient managen kann.

Im ersten Teil möchte ich Michaela Federkiel vorstellen, die sich gegen ihren unflexiblen Bürojob entschieden hat. Sie lebt ihre Werte und Hobbies Tag für Tag und darf diese in ihrer Selbständigkeit ausüben.

  1. Liebe Michaela, stelle bitte dich und dein Business vor? 

Michaela FederkielIch bin Michaela Federkiel, 37 Jahre, 2 Kleinkinder (5 und 3 Jahre), 1 Ehemann. Ich lebe im schönen Oberbayern, bei Rosenheim. Ich bin Green Business Coach und einerseits vermittle ich einem studentischen Team die Werte als Team- und Projektleiter, bei der Organisation einer Personalmesse. Andererseits bin ich selbstständige Partnerin, des österreichischen Vorzeigeunternehmens Ringana und trage die Werte Bio, Ethik und Nachhaltigkeit hinaus und rege die Menschen zum Umdenken an, zeige Ihnen wie man mit aktiven Umweltschutz Geld verdienen kann und mache gleichzeitig die Badezimmer Europas erdölfrei.

  1. Warum hast du dich entschieden, eine Mompreneur zu werden? War diese Entscheidung schwer? 

Ich habe mich entschieden, eine Mompreneur zu werden, da ich meine wertvolle Zeit nicht für ein paar wenige Stunden gegen ein bisschen Geld in einem Bürojob tauschen wollte. Noch dazu ist es mir wichtig, eine Tätigkeit auszuüben, die meinen Werten entspricht und damit Sinn stiftend ist. Es stellte sich auch das Thema, wo kann ich mir etwas aufbauen, um jetzt und vor allem später am meisten davon zu profitieren. Thema Rente, passives Einkommen, etc. Die meisten vergessen ja, dass wir irgendwann auch mal ein gutes Leben im Alter haben wollen und ich will mich nicht von den staatlichen Renten abhängig machen. Die Entscheidung ist mir nicht schwergefallen, ich habe einfach mal gestartet.

  1. Auf welche Herausforderungen stoßt du täglich als Mompreneur? 

Diszipliniert an die Arbeit herangehen. Es macht mir ja niemand eine ToDo Liste, die mache ich mir selbst und ich bin auch Verantwortlich für die Ausführung.

  1. Welche Eigenschaften soll aus deiner Sicht eine Mompreneur haben, um langfristig erfolgreich zu sein? 

Erst Mut, dann Selbstbewusstsein, dann Durchhaltevermögen.

  1. Welche Vor- und Nachteile hat eine Mompreneurship gegenüber der Festanstellung? 

Vorteile (bei mir):

  • Freie Zeiteinteilung
  • Steigendes Einkommen, je nach Aktivität meinerseits
  • Ortsunabhängigkeit
  • Selbstbestimmtheit
  • Teamwork trotz Selbstständigkeit
  • Der Aufbau eines passiven Einkommens ist möglich

Nachteile gibt es eigentlich keine. Es ist jedoch eine Eigenmotivation notwendig! Man muss das Durchhaltevermögen haben, um dorthin zu kommen, wo man möchte. Übernacht erfolgreich gibt es nicht, das dauert und „kostet“ ein paar Nerven 😉 Aber danach ist es um so schöner.

  1. Welche Tricks und Tipps hast du, um die Selbstständigkeit und deine Familie unter einen Hut zu bekommen? 
  • Gute Zeitplanung, Wochenplanung, 12 Wochenplanung, Jahresplanung
  • Gute Absprache in der Familie
  • Kinderzeiten bewusst einplanen
  • ICH Zeit einplanen
  • Paarzeiten einplanen

Also wie man sieht, mit Guter Planung ist schon viel gewonnen 🙂

  1. Hat man als Mompreneur noch Zeit für sich? Gönnst du dir noch einen Me-Moment? Wie schafft man generell eine Work-Life-Balance? 

Ich habe mich gegen eine klassische Selbstständigkeit entschieden, bei welcher es sich auch wieder um feste Arbeitszeiten dreht. Ich wollte selbstbestimmt arbeiten und auch meine Momente zum Auftanken haben, durch Sport, Yoga, Natur oder sei es nur der Friseurtermin in Ruhe. Wir Mamas leisten wirklich viel und wollen alles und es jedem immer Recht machen, daher finde ich es enorm wichtig, das Standing zu haben, zu sagen, jetzt ist ICH Zeit. Nur so können wir entspannt in der Familienzeit agieren.

  1. Wenn du jetzt an den Anfang deines Vorhabens als Mompreneur denkst, würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was genau?

Ich würde mir gleich einen richtig guten Mentor suchen, der mir am Beginn die Hand reicht und aus Erfahrung weiß wie es funktioniert.

  1. Welche Events, nützliche Informationsquellen oder Weiterbildungsmöglichkeiten kannst du empfehlen, um als Mompreneur am Ball zu bleiben? 

Die Meetups von der Mompreneurs Gruppe in München sind für mich ein wertvoller Austausch. Dann nutze ich Business-Veranstaltungen, des Unternehmens für welches ich als selbstständiger Partner arbeite und einige Webinare zu Themen die mich persönlich weiterbringen. Ganz wichtig ist einfach der Austausch, mit anderen Mompreneurs, finde ich. Einen Buddy zu haben, dem es genauso ergeht, etc. Bücher lese ich natürlich auch immer wieder.

  1. Welche Tipps würdest du Frauen geben, die vorhaben, eine Mompreneur zu werden?

Gut informieren, was man genau machen möchte. Ziele setzen, Visionen und Träume zu Papier bringen, das Motiv finden warum man was machen möchte. Nur mit einem Motiv und einer Vision, wird man auch dranbleiben. Am besten auch ein USP (Alleinstellungsmerkmal) finden.

Wenn du mehr über Michaela erfahren möchtest, folge ihr auf Social Media oder besuche ihre Website:

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