Baby ablegen“ und „Baby schläft nicht“ sind die meist gesuchten Suchanfragen auf Google. Scheinbar bin ich nicht die Einzige, die vor der Frage „Wie lege ich nun mein Baby zum Schlafen in seinem Bettchen ab?“ verzweifelt steht. Nach einigen Monaten habe ich dieses Dilemma durch Ausprobieren gelöst und nun schläft meine Tochter (7,5 Monate alt) bereits seit einiger Zeit in ihrem Bett ein. Sie schläft noch nicht durch, aber es ist ein anderes Thema und man kann das von so einem Zwerg noch gar nicht erwarten. In diesem Beitrag möchte ich meine Geschichte mit den Muttis teilen, die ebenso nach einer passenden Lösung suchen. Vielleicht findet die eine oder andere Methode ihre Anwendung.

Baby ablegen… NOT: Wie alles begann.

Als meine meine Tochter geboren wurde, konnte ich sie nicht aus dem Arm lassen. Ich habe 9 Monate sehnsüchtig auf sie gewartet und nun war sie da – so winzig, warm und kuschelig. Die ganzen Tage in der Klinik schlief sie meistens bei mir im Bett, obwohl man davon abrät, aber anders hat es leider nicht funktioniert, sonst kamen wir beide nicht zur Ruhe. Darüber hinaus hatte ich die ganze Zeit Angst, dass ihr etwas passieren kann und habe ständig gehorcht, ob sie noch atmet oder sich bewegt. Deswegen kuschelten wir die ganze Zeit zusammen und haben unsere ersten Stunden und Tage genossen.

Nach der Entlassung aus der Klinik kamen wir nach Hause und natürlich haben wir im Voraus für unsere Kleine ein schönes Bettchen vorbereitet. Es gab nur ein einziges Problem – sie wollte da drin nicht schlafen. Die erste Nacht war ein Horror, sie konnte nicht allein schlafen und ich wusste nicht so richtig was ich tun kann, damit es funktioniert. Nun wurde das gemeinsame Schlafen im Elternbett nach einem Monat zur Gewohnheit. Es war zwar schön, jedoch hatte ich ständig Angst, dass ihr nachts etwas passieren kann. Zudem konnte ich mich kaum erholen. Als ich die Hebamme gefragt habe, ob sie einen Geheimtipp hat, wie ich mein Baby zum Schlafen in ihrem Bettchen bringe, meinte sie: „Durch die inneren Urinstinkte reagieren Babys negativ auf das Ablegen und werden wach, am besten soll sie direkt in ihrem Bett einschlafen.“ Naja, einfacher gesagt als getan. Der erste Versuch im Bett einschlafen zu lassen brachte absolut nichts. Trotz dem Singen, Kuscheln, Streicheln wollte meine Tochter nicht in ihrem Bett einschlafen und schrie wie am Spieß bis ich sie rausgenommen habe. Nun war es mir klar, dass es jetzt zu spät ist und man konsequent wirkende Methoden braucht. Ich habe mich aus verschiedenen Quellen informiert: Bekannte, Forenbeiträge, Ratschläge meiner Mutter, Kinderärztin, Bücher und Co. Die meisten Sachen haben kaum funktioniert, denn jedes Kind ist sehr individuell und hat seine eigenen Bedürfnisse. Obwohl es am Ende des Tages immer um das Gleiche geht – Nähe und Geborgenheit. Übrigens möchte ich an dieser Stelle ein gutes Buch empfehlen „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt.“, das mir auf einige wichtige Tatsachen, auch rund um das Thema „Schlaf“, Augen geöffnet hat. Durch die Anwendung dieser verschiedenen Tipps habe ich gelernt meine Tochter zu verstehen und habe einen Plan ausgearbeitet, den ich im Folgenden teilen möchte.

Top 5 Tipps zum Ablegen des Babys

Baby schläft ruhig und friedlich in seinem BettFür diejenigen, die einen sofortigen Effekt erwarten, kann ich direkt sagen, hier findet ihr keine Tipps dafür. Ich bin ein absoluter Gegner von radikalen Schlaftrainigs, die auf dem „Schreien-Lassen-Konzept“ basieren, denn mir ist die innere Bindung zu meiner Tochter sehr wichtig. Es geht nicht darum, die eigenen Bedürfnisse nach dem Schlaf oder Freizeit zu befriedigen, sondern eine Gewohnheit zu entwickeln, die jedem guttut. Aus diesem Grund war der Prozess des Ablegens bei uns etwas länger, dafür effektiv und immer noch sanft.

Tipp 1: Sanft „abnabeln“

Vom ersten Tag an hat unsere Tochter bei mir auf dem Arm, auf der Brust oder bei meinem Mann auf dem Bauch geschlafen. Nach dem Stillen ist sie stets eingeschlafen und wollte natürlich nicht mehr abgelegt werden. Um den ersten Schritt zum selbständigen Schlafen zu machen, habe ich sie tagsüber auch im Liegen gestillt, damit sie nicht auf mir, sondern neben mir liegt. Sobald sie eingeschlafen ist, bin ich bei ihr noch ca. 15-20 Minuten liegen geblieben und habe gewartet bis sie fest eingeschlafen ist. Danach ließ ich sie in unserem Bett schlafen, ich habe sie mit Kissen umrandet und habe bspw. meinen Pyjama daneben gelegt, damit sie mich immer noch „riechen“ kann. Am Anfang ist sie ab und an aufgewacht, schlief aber nach dem kurzen Kuscheln weiter.

Tipp 2: Nähe schaffen

Oben habe ich bereits erwähnt, dass wir eine schöne Wiege für unsere Tochter vorbereitet haben, die ein Nestchen und einen Himmel hatte. So sollte unsere Prinzessin fest in ihrem Bettchen schlafen.:) Da unsere Traumvorstellung direkt in der ersten Nacht zerstört war, mussten wir nach dem Ratschlag aus dem Freundeskreis die Wiege kreativ in ein Beistellbett umbauen. Es hat aber dennoch nicht gereicht. Unsere Kleine ist nachts immer wieder zu mir ins Bett gerutscht. So sind wir auf eine Idee gekommen, sie in ihrem Bett noch in das Stillkissen rein zu legen, damit sie wie im Bauch etwas eingeengt ist, sowie Wärme und unseren gemeinsamen Geruch um sich herum hat. Oh Wunder, es hat funktioniert! Sie kuschelte ständig beim Schlafen mit dem Stillkissen und hatte endlich keinen Bedarf mehr zu mir ins Bett zu wandern. Nach dem Stillen habe ich sie immer vorsichtig in ihr Nest reingelegt und sie hat weiter friedlich geschlafen.

Tipp 3: Zur Ruhe bringen

Die nächste Herausforderung, die wir hatten, war es unsere Tochter zur Ruhe zu bringen. Teilweise ist es immer noch ein Problem, aber nicht so heftig, wie damals. Sie nahm und nimmt leider (oder vielleicht zum Glück) keinen Schnuller, deswegen konnte sie sich schlecht beruhigen und wenn, dann nur bei mir auf der Brust. Zudem hat sie ständig heftig mit ihren Händchen und Beinchen gefuchtelt und somit hat sie sich beim Schlafen immer geweckt. Aus diesem Grund habe ich entschieden sie zu pucken, obwohl man das heutzutage nicht mehr macht. Meine Hebamme und meine Mutter haben mir ein paar Tricks gezeigt. Darüber hinaus habe ich einen Pucksack gekauft, mit dem es schneller ging, aber unser Baby hat sich darin nicht so wohl gefüllt wie in einer Decke oder in einem Tuch. Egal ob tagsüber oder nachts, wir haben sie immer gepuckt beim Schlafen und es hat sie zumindest halbwegs beruhigt. Das anschließende Tragen und Stillen brachten sie dann zum Schlafen. Bei ihr sind das Rumfuchteln und der Moro Reflex ca. mit 5 Monaten verschwunden, danach mussten wir sie nicht mehr pucken. Das war natürlich eine Erleichterung, denn nachts hat sie sich ständig befreit und ich musste sie mehrmals neu pucken.

Tipp 4: Vertrauen aufbauen

So vergingen fast 6 Monate und unsere Tochter war immer schwerer. Das Tragen vom Schlafen war kein Spaß mehr und mein Rücken machte es nicht mehr mit. Wir haben nun fest beschlossen – egal wie, es wird nun Zeit zum Einschlafen im Bett. Ich habe mich über die verschiedenen Methoden und Meinungen informiert. Nur war es immer wieder das Gleiche: „Legen Sie Ihr Kind ins Bettchen und verlassen Sie das Zimmer. Das Kind muss leider durchschreien, damit es einschlafen kann.“ Es war für mich aber nichts. Klar kann das Baby meckern und etwas weinen, aber es schreien zu lassen bis es verzweifelt einschläft… – das konnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

So habe ich einen Zwischenweg gewählt. Vom Schlafen und nach dem Stillen, haben wir immer noch gemeinsam gekuschelt, dann habe ich sie noch wie gewohnt getragen bis sie müde wird und dann ins Bett gelegt. Natürlich hat meine Tochter es am Anfang nicht so toll gefunden, sie hat geschrien wie am Spieß und wollte, dass ich sie rausnehme. Ich habe für sie gesungen und gestreichelt. Es hat alles nicht direkt funktioniert. Dann habe ich sie ein paar Mal rausgenommen abgeknutscht, mit ihr kurz gesprochen und dann wieder ins Bett gelegt. Es hat sie noch mehr geärgert und sie hat noch mehr geschrien. Da mussten wir beide leider durch. Ich saß neben ihr und habe ihr verschiedene Signale gegeben, dass ich da bin und sie nicht verlassen werde. Sie hat immer wieder versucht zu meckern, aber dann hat sie begriffen, dass ich es ernst meine und so ist sie eingeschlafen. Die nächsten Tage und Nächte haben wir das Gleiche durchgezogen. Mittlerweile ist das Einschlafen zur Gewohnheit geworden und unser Baby findet sogar das Tragen vom Schlafen nicht mehr gut, weil sie müde ist und keine bequeme Position auf dem Arm findet.

Tipp 5: Routine schaffen und konsequent bleiben

Nun ist unsere kleine fast 8 Monate alt. Seit zwei Monaten ziehen wir unsere Routine täglich tagsüber und nachts durch. Im Übrigen schläft sie mittlerweile in einem größeren Babybett mit Gittern, weil sie krabbelt und sich im Bett aufstellt. Sie braucht aber immer noch das Engegefühl beim Schlafen, deswegen hat sie eine Bettschlange in ihrem Bettchen, mit der sie im Schlaf immer kuschelt.

So sieht aktuell unsere Routine aus: Bevor sie ins Bett geht kuscheln wir, danach wird gesungen, gestreichelt und ich bleibe bei ihr so lange bis sie einschläft. Abends spielen wir und lesen davor ein paar Bücher, das Ganze aber in einem „Ruhemodus“, sodass sie weiß es geht bald ins Bett. Früher brauchte sie 30-50 Minuten zum Einschlafen. Heute sind es 20-30 Minuten, abhängig davon wie müde sie ist und ob sie irgendwelche Wehwehchen hat.

Wichtig an dieser Stelle ist zu betonen, dass unsere Kleine bereits 3-mal am Tag ihre Beikost bekommt. Somit haben wir das Einschlafen und Stillen voneinander entkoppelt und für sie ist es kein „Muss“ mehr bevor sie ins Bett geht. Nachtsüber stille ich sie selbstverständlich weiter. Sie kommt immer 1- bis 2-mal pro Nacht, schläft aber meistens danach direkt problemlos weiter.

Baby ablegen- Was haben wir gelernt

Das Wichtigste, was wir neben den oberen fünf Tipps gelernt haben, ist, dass man nicht auf zig verschiedene Meinungen hören soll. Jedes Baby und jede Familie haben ihre eigenen Bedürfnisse und man muss diese respektieren und diesen folgen, egal was andere Menschen denken und sagen. „Baby soll oder soll nicht im Elternbett schlafen“, „Baby soll oder soll nicht schreien“ – das alles entscheidet nur ihr am Ende des Tages. Und jede Methode ist gut und kann ausprobiert werden bis jeder in der Familie glücklich bleibt und sich wohl fühlt. Die Hauptsache man soll konsequent bleiben, denn Babys mögen Regeln und Routinen. Ich hoffe meine Tipps werden nützlich und erleichtern vielleicht einigen der Leser Tage und Nächte. Ich wünsche auf jeden Fall allen Muttis hier viel Geduld und eine erholsame Zeit!:)

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