In meinem beruflichen Alltag höre ich immer wieder, dass sich seit einigen Jahren das etablierte Buzzword „Work-Life-Balance“. In Vorstellungsgesprächen schwärmen besonders die jungen Bewerber darüber, wie wichtig ihnen das Konzept der „Work-Life-Balance“ ist. Und je mehr man nachbohrt, wird es zunehmende klarer, dass die eigentliche Zielsetzung des Ansatzes nicht immer 100% verständlich ist; sondern geht es lediglich um den Einsatz des „Min-Max-Prinzips“ – minimal zu arbeiten, maximal zu verdienen und maximale Freizeit zu haben.

Ebenso im Freundeskreis wird ständig darüber diskutiert, wie schwierig heutzutage es ist, „Work-Life-Balance“ tatsächlich ins eigene Leben zu integrieren und dass am Ende des Monats immer noch das Gehalt stimmt, um Miete bezahlen zu können, aber auch sozial immer noch zu punkten ohne die Freunde und die Familie zu vernachlässigen. Ein Teufelskreis eben und das Streben nach der unmöglichen Perfektion.

Eins ist klar, heutzutage ist „Work-Life-Balance“ aufgrund der immensen Dynamik, vielen Stressfaktoren, Pflichten und gesellschaftlichen Vorschriften nicht einfach. Dennoch sollte man aus seinem Leben das Beste rausholen, denn wie es so schön heißt: „Man muss das Leben [für sich] so einrichten, dass jeder Augenblick bedeutungsvoll ist“. Da es auch meiner Wenigkeit kaum gelingt aufgrund der gewissen aktuellen Prioritäten dieses Gleichgewicht zu erreichen, möchte ich in der nachfolgenden Artikelreihe zu dem Thema klären, was genau „Work-Life-Balance“ bedeutet und wie es gelingt zum ersehnten Gleichgewicht zu kommen.

„Work-Life-Balance“ – Was hinter dem Konzept steckt?

Jeder Mensch strebt danach, seine Bedürfnisse zu erfüllen. Genau so soll Work-Life-Balance-Konzept ursprünglich für mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Leben sorgen. Maslow beschreibt durch seine Bedürfnispyramide besonders gut, was uns Tag für Tag wichtig ist. Er unterteilt die menschlichen Bedürfnisse in folgende Bereiche: Physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung.

Wenn man all diese Bedürfnisse unter die Lupe nimmt, dann kann man deren Befriedigung in den vier Lebensbereichen finden, die in dem Konzept „Work-Life-Balance“ eine essentielle Rolle spielen: Körper & Gesundheit, Arbeit bzw. Studium, soziale Kontakte, Freunde & Familie – sprich „Freizeit“, Sinn & Selbstverwirklichung. Am Ende des Tages, damit eine Person glücklich wird, sollen alle Bedürfnisse aufeinander aufbauend täglich gleichmäßig befriedigt werden. Genau das liegt im Kern des Ansatzes „Work-Life-Balance“. Übertragend auf den beruflichen Alltag, der immer mehr im Fokus eines modernen urbanen Menschen steht, kann man „Work-Life-Balance“ wie folgt definieren:

Work-Life-Balance bedeutet, eine neue, intelligente selbstkoordinierende Verzahnung von Berufs- und Privatleben vor dem Hintergrund veränderter und sich dynamisch wandelnder Umstände. Die Vereinbarkeit von Anforderungen und Interessen des Arbeits- und Privatlebens hängt sowohl von den organisatorischen strukturellen Rahmenbedingungen, als auch von der persönlichen Wahrnehmung, eigenen Lebensprioritäten, Werten und Prinzipien sowie dem individuellen Verhalten ab.

Ein erfolgreiches Arrangement von Arbeits- und Privatleben wirkt sich positiv auf die Person, ihre Umgebung, die Organisation und die Gesellschaft aus. (Teile aus BMFSFJ, 2005).

Es klingt alles nachvollziehbar und fast perfekt, denn wer möchte nicht persönlich ausgewogen und gleichzeitig erfolgreich im Beruf sein?! Die reale Welt sieht aber etwas anders aus und besonders Frauen gelingt es immer schwieriger, angesichts der veränderten gesellschaftlichen Bedingungen sowie des modernen karrierespezifischen Drucks das perfekte Gleichgewicht zwischen der Arbeit, Familie und Freunden sowie zu guter Letzt – in der eigenen Denke – ein wenig Zeit für sich, zu erreichen. Leider verlagert sich das Gewicht je nach eigener Zielsetzung und den aktuellen Prioritäten im Leben in eine oder andere Richtung. Die Hauptsache dabei ist, man sollte sich nicht versteifen, denn so kann es passieren, dass zu einem Ungleichgewicht kommen könnte und man in ein Extrem ausrutschenzu kommen, um für einen persönlich den fatalen Konsequenzen zu entgehen.

Aufgrund der gravierenden Steigerung der Anzahl der Burnout-Diagnosen in den letzten Jahren, setzen sich mittlerweile viele öffentliche aber auch einige privatwirtschaftliche Organisationen für die Einführung spezieller „Work-Life-Balance“ konforme Maßnahmen ein. So entwickelte die Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Initiative zum Thema „Work – Life – Balance – orientiertes Personalmanagement“. Dabei wird die Thematik der „Work – Life – Balance“ und dazugehörige erweiterte Themen folgendermaßen dargestellt: Balance im Fokus als Blick auf die Lebensverlaufsperspektive. Darunter gliedern sich die Lebensbereiche, die zu einem Gleichgewicht gebracht weurden sollen, u.a.: Beruf, Bildung, Privatinteressen, Familie und gesellschaftliches Engagement. Durch die neuen Konzepte des strategischen Personalmanagement werden die angesprochenen Lebensbereiche mit einem speziellen Instrumentarium unterstützt, um den Brückeschlag zwischen der privaten und berfulichen Welt zu schlagen.

Instrumente des „Work-Life-Balance“-Konzepts

Wie man der Kernbotschaft der Grafik entnehmen kann, werden im Personalmanagement immer mehr neue Modelle und Instrumente entwickelt, um die Arbeitnehmer dabei zu unterstützen, die Balance zwischen den relevanten entwicklungsfördernden Lebensfeldern aufzustellen. Zu solchen Instrumenten zählen beispielsweise:

  • Flexible Arbeitszeiten, unter Berücksichtigung der persönlichen Rahmenbedingungen
  • Teilzeitmodelle und neue Arbeitsmodelle, wie Home Office
  • Telearbeit bzw. e-Work durch den Einsatz neuer Kommunikationsmedien und Technologien
  • Soziale Einrichtungen, wie bspw. Betriebskindergarten, Support bei den pflegebedürftigen Eltern und Familienangehörigen, Fitnesseinrichtungen zur Aufrechterhaltung der Vitalität und mentaler sowie physischer Gesundheit

Bei den selbständigen Lifehackern geht es darum, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und ihren Unternehmertag so einzurichten, dass immer noch der Ausgleich besteht, um erfolgreich und mit der gleichen Passion die Zielerreichung fortzusetzen. Um Dich, lieber Leser, dabei zu unterstützen, bereiten wir für euch in dem nächsten Artikel die Top 10 Tipps für die Gestaltung eines individuellen „Work-Life-Balance“-Konzepts. Bis dahin kannst Du dich durch das TED Talk Video von Nigel Marsh inspirieren lassen, der das Prinzip der „Work-Life-Balance“ für sich persönlich gehackt hat und aus seiner eigenen Erfahrung spricht und seine Sichtweise auf das viel diskutierte Konzept in sympathischer und witziger Form darlegt.


Bis zum nächsten mal! Bleib gespannt und lass Dich nicht von Deinem Pfad abbringen.

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